Die Universität St. Gallen hatte auf TikTok rund tausend Follower, ohne ein einziges Video veröffentlicht zu haben. Der Name allein hatte sie gebracht. Genau das war die Aufgabe: Aus Menschen, die dem Namen folgen, sollten Menschen werden, die den Inhalten folgen. Den Kanal übernehmen sollten zwei Studierende im ersten Studienjahr, eine Studentin und ein Student, die vorher nicht vor der Kamera gestanden hatten.
Die naheliegende Lösung wäre gewesen, mitzumachen, was auf TikTok gerade läuft: Tänze, Trendsounds, das übliche Universitätsvideo mit Drohnenaufnahme und Sonnenuntergang. Damit hätte der Kanal Aufrufe bekommen und niemandem etwas gesagt. Wer sich für ein Studium interessiert, hat konkrete Fragen, und keine davon wird von einem Tanz beantwortet.
Die zweite Hürde war die Dauerhaftigkeit. Eine Agentur, die für jeden Dreh anreist, ist der teuerste und langsamste Weg zu einem eigenen Kanal. Die beiden Studierenden sollten am Ende selbst produzieren können, mit Formaten, die sich ohne uns wiederholen lassen.
Und drittens ist St. Gallen mit einem Ruf belastet, der Bewerbungen kostet: teuer, elitär, nur für Kinder aus dem richtigen Elternhaus. Solche Vorurteile löst keine Imagebroschüre auf, sondern nur jemand, der selbst dort studiert und die Frage direkt beantwortet.
Der Kern der Aufgabe
Aufrufe kann jeder haben, der einem Trend hinterherläuft. Gefragt war Inhalt, der Studieninteressierte anzieht und den zwei Studierende danach allein weiterführen können.